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Schwesig verbittet sich Kritik von SPD-Altvorderen

Schwesig verbittet sich Kritik von SPD-Altvorderen”

SPD-Chef Martin Schulz hat in einem Brief an alle Parteimitglieder Selbstkritik geübt.

Auch Ex-Parteichef Franz Müntefering unterstellt dem jetzigen Sozi-Frontmann falsche Entscheidungen.

Auf die Frage, ob Partei- und Fraktionsvorsitz nicht in eine Hand gehöre, antwortete Müntefering in der "Passauer Neuen Presse": "Ich fände es besser, ja". "Eine Partei, die sich grundsätzlich zu Gesprächen über eine Regierungsbeteiligung verweigert, um in der Opposition ohne Verantwortung ein ruhigeres Leben zu führen, legt damit die Grundlage für die nächste Wahlniederlage". Bei zwei Zentren sei es komplizierter. Er habe angesichts des Wahldebakels am Sonntagabend zwar über einen Rücktritt als Parteichef nachgedacht, doch dann sei er zur Überzeugung gelangt, dass er den nötigen Neuanfang der SPD mitgestalten wolle. Auch Nahles betont am Dienstag nach ihrer Kür mit starken 90 Prozent, sie werde im "Teamplay" mit Schulz die SPD aufbauen. Auch die niedersächsischen Sozialdemokraten wollen Personaldebatten nicht zuletzt mit Blick auf die Landtagswahl am 15. Oktober vermeiden und stärken Schulz den Rücken. "Eine Partei, die von sich aus jede Gestaltungsoption ausschließt, lässt ihre Wähler alleine", sagte Lindner weiter. "Und gerade weil wir einen anderen Teamgeist auch etablieren werden, wird es eben auch doppelte Kraft sein, und das ist genau das Richtige und das ist das, was wir jetzt brauchen". Zugleich aber kritisierte er das Zustandekommen der jüngsten Personalentscheidungen. Dies sei doch längst ohne Kraft. Parteiflügel würden in der Partei nichts mehr beflügeln. Außerdem müsse die SPD die eigene Programmatik kritischer infrage stellen.

Schulz hatte sich rasch nach der Wahl auf Nahles festgelegt. Als Parlamentarischen Geschäftsführer hatte Schulz Generalsekretär Hubertus Heil vorgesehen, doch wegen des Widerstands des rechten Parteiflügels bekam Haushaltsexperte Carsten Schneider den Posten.

Öffentliche Ratschläge von Altvorderen und Parteirentnern sind in der verwundeten SPD gerade so willkommen wie ein Überraschungsbesuch der buckligen Verwandtschaft. Angesichts anstehender, schwieriger interner Debatten "brauchen wir einen Parteichef mit hoher Integrationskraft". Die SPD müsse erkennen, dass sie mit einem Mann wie Martin Schulz nicht in der Lage sein werde, einen Aufbruch zu organisieren, sagte der 89-Jährige am Mittwochabend in der ARD-Talksendung "Maischberger". "Martin Schulz wird auch über den Parteitag hinaus an der Spitze der Partei stehen".



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