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Putin empfängt erstmals saudiarabischen König Salman

Putin empfängt erstmals saudiarabischen König Salman”

Nach einigen Sekunden peinlichen Wartens musste Saudi-Arabiens König Salman sich schließlich zu Fuß zu seinem ersten Russlandbesuch herablassen.

Indessen setzen beide Länder ihre Zusammenarbeit innerhalb und außerhalb von OPEC fort, um ein Gleichgewicht in den Erdölpreisen zu erzielen.

Der Besuch des saudischen Königs hat das russische Aussenministerium veranlasst, von einem epochalen Ereignis zu schwärmen.

Putin nannte das Treffen einen "Meilenstein". König Salman lobte die Einigung mit Russland. Noch vor einem Jahr habe Saudi-Arabien dies sehr kritisch betrachtet, und in seinen Beziehungen zu Russland habe lange Eiszeit geherrscht, sagte Chris Weafer von der Beratungsfirma Macro-Advisory Ltd. Riad war auf die Schutzmacht und den Erdölimporteur USA ausgerichtet, der Handelsumsatz mit Russland ist bis heute kaum der Rede wert. "Interesse gibt es natürlich, es wird über S-400 gesprochen, aber noch ist nichts vereinbart", bestätigte Russlands für Rüstung zuständige Vizepremier Dmitri Rogosin die Verhandlungen. So werden an einem Geschäftsforum Minister beider Staaten und die Chefs der staatlichen Ölkonzerne Aramco und Gazprom teilnehmen. LNG lässt sich auch für die petrochemische Industrie verwenden und ist besser zur Stromerzeugung geeignet als das im Königreich verbreitete Verbrennen von Öl.

Die Politologin Marianna Belenkaja vom Moskauer Carnegie-Zentrum hält die Kooperation mit Saudi-Arabien zwar für pragmatisch, aber auch für fragil. Diskutiert wird auch über eine saudische Beteiligung an einem LNG-Projekt des russischen Konzerns Novatek in der Arktis.

Der Kreml-Konzern Rosatom hofft auf Aufträge für den Bau von zwei Kernkraftwerken, vorbereitende Abkommen wurden schon unterzeichnet.

Pure Harmonie herrscht zwischen beiden Ländern allerdings nicht. Eine große Wirtschaftsdelegation begleitete den König nach Russland.

Russland sieht den Staatsbesuch als Ergebnis seiner erstarkten Position im Nahen Osten infolge seines Syrien-Engagements. "Er hat belegt, wie stark sich die geopolitische Situation im Nahen Osten verschoben hat". Präsident Putin kommentierte am Mittwoch die Frage nach einer geopolitischen Allianz zwischen Amerika und Saudi-Arabien rhetorisch: "Gibt es wirklich etwas auf der Welt, das von Dauer ist?" Putin hatte dagegen am Vortag erklärt, die beteiligten Opec- und Nicht-Opec-Produzenten seien bereit zur Verlängerungen des Abkommens.



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