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Blade Runner 2049 - Unsere Kritik ist jetzt auch als Text verfügbar

Blade Runner 2049 - Unsere Kritik ist jetzt auch als Text verfügbar”

Erst im Laufe mehrerer Neustarts mit verschiedenen Fassungen vom "Director's Cut" bis zum "Final Cut" entwickelte der Film seinen heutigen Kultstatus. Bei seiner Arbeit stößt K auf ein düsteres, Geheimnis von enormer Sprengkraft, das ihn auf die Spur eines ehemaligen Blade Runners bringt: Rick Deckard, der vor 30 Jahren aus Los Angeles verschwand.

Paradoxerweise entfernt sich "Blade Runner 2049" immer weiter von den zentralen Themen Philip K. Dicks, je tiefer er sich in der Vorgeschichte verstrickt. Heute könnte man "Blade Runner" fast prophetisch nennen - obwohl seine Vorstellung des Jahres 2019 auch nach 35 Jahren architektonisch und technisch von der Wirklichkeit noch nicht eingelöst wurde.

Die Zukunft des Jahres 2049 sieht düster aus: Gigantische Solarfelder erstrecken sich über verwüstete Landschaften bis zum Horizont, die Stadt San Diego ist eine riesige Müllkippe, das dauerverregnete Los Angeles schützt sich mit hohen Mauern gegen die heranbrandenden Meeresfluten.

Was erwartet ihr von Blade Runner 2049? Neuzugang und Star der Fortsetzung wird allerdings Ryan Gosling sein, der den LAPD Officer K verkörpern wird. Was bei Deckard einst im Ungewissen blieb und unter Fans zu Glaubenskriegen führte, ist im Falle von K sofort Gewissheit: Der versierte Jäger ist selbst ein Replikant. "Ihr neuen Modelle reißt euch um die Drecksarbeit, weil ihr noch nie ein Wunder gesehen habt", sagt ein Replikant alter Schule vor dem Ableben zu dem polizeilichen Vollstrecker. "Wenn man einer Seite sagt, dass es diese Mauer nicht gibt, führt das zum Krieg", sagt sie und klingt dabei ein wenig wie die Abschottungspolitiker unserer Gegenwart. Androiden, die sich aus eigener Kraft fortpflanzen, darf es jedoch nicht geben, weil es deren Status als künstlich erschaffene Sklaven in Frage stellen würde, und so wird KD6-3.7 befohlen, das Kind zu finden.

Der frankokanadische Regisseur Denis Villeneuve schreibt in "Blade Runner 2049" Ridley Scotts Klassiker fort. Und wie Scotts Vorlage erzählt sich auch das späte Nachfolgewerk über eine atmosphärische Narration, die vieles nur andeutet und nicht alles in Dialogen erklären will. Das Zusammenspiel von Regisseur, Kameramann (Roger Deakins) und Produktionsdesigner (Dennis Gassner) ist atemberaubend, sie schaffen eine prächtig heruntergekommene Zukunft voll spektakulärer Details. "Blade Runner 2049" ist Retro-Science-Fiction par excellance.



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