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Arbeitgeber kritisieren Forderungen der IG Metall scharf

Arbeitgeber kritisieren Forderungen der IG Metall scharf”

Zum Vergleich: In der Tarifrunde 2016 hatte die IG Metall nicht sechs, sondern fünf Prozent mehr Lohn gefordert. Angesichts des ungebrochenen Wachstums der Branche und einer schwungvollen Konjunktur sei diese Größenordnung mehr als angemessen, so die IG Metall. Die IG Metall will eine Verhandlungsverpflichtung zur Angleichung der Arbeitszeiten und Entgelte im Osten erreichen. "Wir wollen einen Anspruch darauf durchsetzen", sagte er. Die Arbeitgeber dürften bei einem Kompromiss zur Arbeitszeit auf Zurückhaltung beim Lohnplus dringen.

BerlinDie IG Metall macht Ernst mit der 28-Stunden-Woche. Die Thüringer Metall- und Elektroindustrie lehnt das ab.

Ihre Forderungsempfehlung zur Erhöhung der Entgelte um 6 Prozent begründet die IG Metall mit der guten wirtschaftlichen Verfassung der Branche. Für die "allermeisten Arbeitszeitwünsche der Beschäftigten" werde in den Betrieben bereits heute eine passende Lösung gefunden. Ein Anspruch auf Arbeitszeitverkürzung würde den Fachkräftemangel verschärfen, warnt Dulger. Er setzt alles daran, die befristete Teilzeit auch jenen zu ermöglichen, für die "heute am Monatsende das Geld schon knapp wird". Die IG Metall geht dabei von der mittelfristigen Zielinflationsrate der Europäischen Zentralbank (EZB) in Höhe von 2 Prozent und einer zu erwartenden mittelfristigen gesamtwirtschaftlichen Trendproduktivitätssteigerung von bis zu 1,5 Prozent aus.

Der Arbeitgeberverband Südwestmetall aus Baden-Württemberg warf der Gewerkschaft vor, "endgültig im Wolkenkuckucksheim angekommen" zu sein.

Bei den Arbeitsgeber stoßen die Gewerkschaften mit diesen Forderungen auf massive Kritik. "Sei es, um mehr Zeit für Kinder und Familie, für die Pflege von Angehörigen oder persönliche Weiterbildung zu haben", erklärte Bundesfamilienministerin Katarina Barley (SPD), die derzeit auch das Arbeitsministerium führt, im Gespräch mit der "Schwäbischen Zeitung". Damit hätten sie nach dem Willen der IG Metall einen Anspruch auf weniger Arbeitszeit und einen Entgeltzuschuss. Die kommende Tarifbewegung müsse hier "einen Prozess definieren, wie wir diese Spaltung mittelfristig überwinden". Mit deren Beschlüssen will sich dann am 26. Oktober erneut der Vorstand befassen und die Forderung abschließend festlegen.

Neben den Forderungen strebt die IG Metall weitere Ziele in den Verhandlungen an: Die Wahloption auf Arbeitszeitreduzierung soll mit Personalausgleich umgesetzt werden. Hofmann sagte dazu: "Das wird ein anspruchsvoller Verhandlungsmarathon".



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