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Erpresser will Babynahrung vergiften

Erpresser will Babynahrung vergiften”

Der Erpresser habe gedroht, 20 verschiedene Lebensmittel zu vergiften, sagte der Leitende Oberstaatsanwalt Alexander Boger. Die Drohung sei in einer E-Mail auch an Verbraucherschutzorganisationen, Handelskonzerne und die Polizei übermittelt worden.

Die Gläser mit Babynahrung haben Ethylenglycol enthalten. Stellen Verbraucher zu Hause eine Manipulation an Verpackungen fest, können diese beim Ladengeschäft oder bei jeder Polizeidienststelle abgegeben werden. Wird seine Forderung nach einem zweistelligen Millionenbetrag nicht erfüllt, drohte der Erpresser nicht nur bei Lebensmittelmärkten national, sondern auch international zuschlagen.

"Wir nehmen die Drohung ernst", so die Polizei. Der oder die Täter hätten aber die weitere Ausbringung von vergifteten Lebensmitteln angedroht. Betroffen von der Erpressung sind Unternehmen im gesamten Bundesgebiet.

Der Täter habe konkret auch Märkte in Friedrichshafen angeschrieben.

Der Täter fordert eine hohe Geldsumme von verschiedenen Handelskonzernen. Eine Sonderkommission (Soko) wurde eingerichtet, rund 220 Polizeibeamte arbeiten an dem Fall. Die Polizei jagt den mutmaßlichen Erpresser derzeit mit einem öffentlichen Fahndungsfoto.

Die Polizei habe Fotos von einem noch unbekannten Mann, der in einem der genannten Märkte Ware ablegt. Auch ein Video von einer Überwachungskamera gibt es demnach.

Ungefähr 50 Jahre alt, mittelgross, schlank und sportlich. "Möglicherweise zur Tarnung." Zudem ist auf dem Foto zu sehen, wie der Verdächtige mit einer weißgrauen Mütze bekleidet ist.

Bei dem zugesetzten Stoff handele es sich um Äthylenglykol, eine klare, süß schmeckende Flüssigkeit. Der Verzehr kann lebensbedrohlich sein. Die Behörden riefen Kunden und Personal in den Geschäften auf, besonders aufmerksam zu sein. "Wir nehmen den Täter ernst", sagte Polizeivizepräsident Uwe Stürmer. Die Menschen sollten auf manipulierte Produkte achten und die Polizei informieren. "Aus unserer Sicht besteht kein Anlass zur Panik oder Hysterie".

Die Verbraucherzentrale Baden-Württemberg verlangte generell eine rasche Kommunikation. Mitte September hätten mehrere Lebensmittelkonzerne und Drogeriemarktketten Erpresserschreiben bekommen, berichtete das Blatt auf seiner Website. Die Bevölkerung wird um Mithilfe gebeten und zu besonderer Achtsamkeit aufgerufen, Lebensmittel beim Einkauf sorgfältig auf Manipulation zu überprüfen und diese bei Verdacht gegebenenfalls sofort der Marktleitung zu melden. "Es wurde in die Nahrung eingerührt", sagte Ministerialrätin Petra Mock. Beim Öffnen sollte immer ein Klacken ertönen, wegen des Vakuums im Glas.



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